Nazibanden zerschlagen Mensch kennt das ja. Man ist so unterwegs, sieht das eine oder andere und versucht sich nicht mit den unwichtigen Dingen des Lebens aufzuhalten. Tut man dies doch wird man bisweilen mit einem Leckerbissen für den Gaumen überrascht.

Heute bekam ich einen Link zu einem kleinen Appell von den sogennanten „Autonome Gruppen Berlin“ oder eben auch „AGB“ zugespielt. Diese warb mit der Überschrift „NAZIAUFMARSCH AM 11.01.2009!„. Ich war immer ein Freund von Menschen die sich Ihres eigenen Verstandes, sozusagen „autonom“ bedienen können, das ick in Berlin wohn weeß ja jeda, also laß ich den Aufruf mit regem Interesse.

Recht früh mußte ich feststellen, das, wer auch immer diesen verfaßt hat, offensichtliche unter extremen Realitätsverlust und Verfolgungswahn zu leiden schien. Nachvollziehbar, das dass lange Jahre Steine schmeißen, im konspirativen Arbeiten und sich von allen Seiten überfordert fühlen, vernunftwidrig machen kann. Weniger jedoch das man sich deshalb einen derartigen oppulenten Namen gibt und die eigenen Halluzinationen als Tatsachen unter den geneigten Leser bringt.

Die ersten Sätze befaßen sich mit dem „letzten großen Auftritt“ der „Antideutschen“.
Dieser „Auftritt“ war „gegen Multi-Kulti-Bezirke wie Kreuzberg“ gerichtet. Man stelle sich vor – ein Mob ein Weg – durch Kreuzberg, antideutsch…
Leider ist die „AGB“ nicht bereit einen Verweis auf die große „Antideutsche“ Bewegung zu bringen, die gegen ein multikulturelles Zusammenleben agitiert
– Recherche at it’s best!

Dann, ganz spontan, wie unerwartet bricht es heraus: Israel! Dieses führe einen Krieg „gegen Zivilisten im Gazastreifen“. Interessant. Also mit Maschinengewehren, Mörsern, Raketen und dem anderem üblichen Überlebensschnickschnack bewaffnete Personen, die zu dem einen oder anderem Zeitpunkt mit der Vernichtung eines Staates und Tötung seiner Bewohner bereit sind, sind Zivilisten. Sich parteiisch auf die Seite von Israel zu stellen macht eine/n zu einem, ja was? Antideutschen?!

Wer jetzt diese AD’s also genau sind, eine Gruppe, vielleicht einzelne Personen, möglicherweise ein Hirngespinnst wird dem ehrenwerten Leser Zeile für Zeile präzise aufgetischt. Die „Antideutschen“ sind eine „aus der Anonymität heraus agierenden“, damit einhergehend „vor allem aber provozierenden, staatskonformen Spaltergruppen“. Außerdem, sind sie nichts weiter als Marionetten da sie „den extrem rechten Parteien, der rechten Regierung und den nationalistischen Siedlern“ in Israel „nach dem Maul reden“.
Jetzt kommt der von der Wirklichkeit abgebrachte Verfasser aber erst richtig in Fahrt. Stellt dieser doch fest das „man zu Recht vermutet dass sie aus irgend-einem staatlichen Topf finanziert werden“. Leider ist ihm auch hier neben „irgend-einem“ und „zu Recht“ vermuteter fantastischen Aussage der Beweis entglitten. Geschenkt.

Nachdem man also bestimmt hat, dass es sich bei den „Antideutschen“ um einen von staatlicher Seite finanzierten, rechten israelischen Parteien anhängedem und diffamierenden Mob handelt, der eigentlich aus Nazis besteht aber die anderen als Nazis bezeichnet. Diese gemeinerweise, bei der Polizei anzeigt, abfotografiert, sie später im Internet outet und jetzt auch noch irgendwie oder irgendwas mit Israel zu tun hat, geht es in typischer „autonomer“, aus der „anonymität“ agierender, Manier weiter um die identifizierten Widersacher der „Linken“ selber zu outen.

Dazu gehören natürlich nicht nur Hausprojekte, die es sich anmaßen andere Meinungen zuzulassen. Nein, auch ein gewisser Torsun, der von Party, Drogen,gegen Deutschland und vom Plündern singt ist Ihnen ein Dorn im Auge. Sodaß dann auch seine (vermeintliche?) Wohngegend publiziert wird. Jener welcher reagierte darauf bereits vor 2 Tagen mit den passenden Worten und gab ebenfalls zu verstehen wo er sich sonst noch so aufhält. Warum denn gerade ein vorher als „Fashionvictim“ deklarierter Electro/Polit-Pop Sänger, als gefährlicher „Antideutscher“ registriert wird, dem man ruhig mal „besuchen“ könne, bleibt wohl für immer ein Geheimniss. Vielleicht stößt der „AGB“ einfach nur Ihre verlorene Jugend sauer auf und wäre auch gern mal wieder mit Koks und Bier am feiern…so ganz individuell halt und ohne Zwang.

Irgendwann muß dem Autor aufgefallen sein, das er schon jede Menge blödsinn geschrieben hat und gar nicht zu der eigentlichen Ansage gekommen ist. Daher fand dieser dann doch noch zum Schluß die klaren Worte um seine eigentliche Botschaft vermitteln zu können:
„in kleineren Gruppen durch die Kieze zu streifen“ um einem „Blindgänger mit Israelfahne“ einfach mal „den Kopf zu waschen!“ also „unsere Kieze zurück zu erobern“.

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